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Erkrankungen
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Erkrankungen
der Nebennieren Erkrankungen an
der Nebenniere führen entweder zu einer Überfunktion oder einer
Unterfunktion des Organs. Grundsätzlich
ist zu sagen, dass Erkrankungen, die nur eine der beiden Nebennieren
betreffen, eher durch chirurgische Maßnahmen therapierbar sind als
Erkrankungen, die beide Nebennieren betreffen.
Erkrankungen
der Nebennierenrinde Die wichtigsten
Erkrankungen der Nebennierenrinde betreffen die Produktion von Cortisol
und Aldosteron. Überproduktion
von Cortisol
Man
unterscheidet: a)
ACTH-abhängiger Hypercortisolismus Hier liegt die
Ursache in einer gesteigerten Produktion von ACTH (Adrenocorticotropes
Hormon). b)
ACTH-unabhängiger Hypercortisolismus Hier liegt die
Ursache der Erkrankung in der Nebennierenrinde. Durch gut- oder bösartige
Tumore der Nebenniererinde oder durch knotige Vergrößerung der Nebennierenrinde
wird ein Übermaß an Hormonen produziert. Überproduktion
von Aldosteron Das
Hauptsymptom ist der durch die Vermehrung des Natriumgehaltes im Körper
verursachte Bluthochdruck. Häufig sind auch Kopfschmerzen. Muskelschwäche
und allgemeine Schwäche werden durch den Kaliumverlust bedingt, der aus
der kaliumaustreibenden Wirkung von Aldosteron entsteht. Häufigste
Ursache für das Conn-Syndrom ist eine gutartige Geschwulst der
Nebennierenrinde, das sogenannte Conn-Adenom. Es ist in 70% – 90% der Fälle
einseitig vorhanden und wird durch eine Operation entfernt. Alle anderen
Formen des Conn-Syndroms sind seltener und betreffen häufig beide
Nebennieren, so dass eine Operation nicht immer möglich ist. Zusätzlich kommen in der Nebennierenrinde Störungen der Produktion von Geschlechtshormonen vor Bedeutsam aus
chirurgischer Sicht sind die androgen- bzw. östrogenproduzierenden
Tumore. Sie treten in allen Lebensaltern auf und sind häufig bösartig. Hauptsymptome
sind Vermännlichung der Geschlechtsmerkmale bei der Frau (u.a. männliches
Behaarungsmuster, Ausbleiben der Regelblutung) und Verweiblichung beim
Mann (Schrumpfung der Hoden, Wachsen der Brustdrüsen und Unfruchtbarkeit)
durch falsche Hormonproduktion. Erkrankungen
des Nebennierenmarks Hier sind vor
allem die Stresshormon-produzierenden Tumore von Bedeutung. Es handelt es
sich um das sogenannte Phäochromozytom, bei dem es zu einer erhöhten
Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin kommt. Die
Hauptsymptome sind Bluthochdruck, der als Dauerhochdruck oder als
anfallsartige Hochdruckkrise auftreten kann. Weiterhin können
Herzrhythmusstörungen mit zu schnellem Herzschlag, Kopfschmerzen,
Schwitzen, Schwindel, Nervosität, Blässe und Gewichtsverlust vorkommen. Diese Tumoren können
sowohl ein- als auch beidseitig auftreten, letzteres allerdings vor allem
im Rahmen von vererbbaren Erkrankungen. Phäochromozytome sind in ca. 90%
der Fälle gutartig, sie sollten aber aufgrund der starken Wirkung der von
ihnen gebildeten Hormone wenn möglich entfernt werden. Spezielle
Tumoren der Nebennieren Sie sind insgesamt
sehr selten (0,5 Fälle pro 1 Mio. Einwohner pro Jahr). In 50% der Fälle
sind sie hormonell aktiv und produzieren dann eine Reihe verschiedener
Hormone. Selten tritt eines der oben beschriebenen klassischen Syndrome
auf. Die Symptomatik ist eher unspezifisch mit Fieber, Schmerz, Leistungsknick,
Gewichtsverlust und gelegentlich Fieber. Manchmal ist der Tumor lokal
tastbar. Grundsätzlich
ist mit der Verdachtsdiagnose eines malignen Tumors eine
Operationsindikation gegeben. Gelegentlich kann auch bei bereits
bestehenden Tochtergeschwüsten, insbesondere bei hormonproduzierenden
Tumoren, eine Entfernung des Tumors sinnvoll sein.
Sie fallen zufällig
bei einer aus anderen Gründen durchgeführten Untersuchung (Computertomographie,
Kernspin) des Bauchraumes auf. Sie sind zumeist inaktiv (d.h.sie produzieren
keine Hormone), sie können aber auch eine hormonelle Aktivität aufweisen,
so dass entsprechende Hormonuntersuchungen durchgeführt werden sollten. Hinter dem
Begriff Inzidentalom (= zufällig gefundener Tumor) können sich neben
Adenomen der Nebennierenrinde und Phäochromozytomen auch verschiedene
andere gutartige (Myelolipome, Haemangiome, Lipome, Zysten) und bösartige
(Metastasen, Nebennierenkarzinome) Erkrankungen der Nebenniere verbergen.
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