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Übersicht
Da die Nebennieren zentral im Körper liegen, sind sie
chirurgisch aus verschiedenen Richtungen gut zu erreichen. Es sind daher
eine Reihe unterschiedlicher Zugangswege zu den Nebennieren beschrieben
worden. Die erste transabdominelle Adrenalektomie wurde 1889 von Thornton
vorgenommen. Dabei verwendete er anstelle des heute üblichen
Oberbauchquerschnittes eine T-förmige Inzision. Der Flankenzugang wurde
zuerst von Young, einem Urologen aus Baltimore, verwendet. Da er die
Patienten für die damals zumeist erforderliche bilaterale Exploration
umlagern musste, entwickelte er später den dorsalen Zugang, den er 1936
erstmals beschrieb. Zu jedem Zugang gibt es eine Reihe von Modifikationen.
Die Wahl des Zugangs unter anderem von verschiedenen
Tumoreigenschaften beeinflusst:
| - |
Größe |
| - |
Dignität |
| - |
hormonelle Aktivität |
| - |
Lokalisation (einseitig oder
beidseitig) |
Daneben spielt aber auch die Konstitution des Patienten
und natürlich die Erfahrung des Chirurgen sowie seine persönliche Präferenz
eine Rolle.
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Konventionelle Zugänge
1) Ventraler Zugang
Dieser traditionelle Zugang zu den Nebennieren wurde in
früheren Jahren bevorzugt verwendet, da die meisten Nebennierenläsionen
eine erhebliche Größe hatten. Da beide Nebennieren über einen Zugang
exploriert werden können, wurde auch für die operative Behandlung von Phäochromozytomen
der transabdominelle Zugang lange Zeit empfohlen. Diese Notwendigkeit
ergibt sich angesichts der sehr verlässlichen präoperativen bildgebenden
Diagnostik heute nicht mehr.
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Technik
Der transabdominelle Zugang erfolgt über einen großzügigen
Mittelschnitt oder über einen (eventuell beidseitigen) Subcostalschnitt.
Der Subcostalschnitt scheint vorteilhafter zu sein, falls der Patient
einen nicht besonders steilen Rippenbogen aufweist.
Rechte Nebenniere
Die entscheidende Leitstruktur bei der rechtsseitigen Adrenalektomie ist
die Vena cava inferior. Um die Nebennierenvene frühzeitig identifizieren
zu können, wird sie zu Beginn der Operation freigelegt. So können mögliche
Blutungskomplikationen leichter beherrschen werden. Das die Vena cava
inferior bedeckende Duodenum sollte durch ein Kocher´sches Manöver
mobilisiert werden. Um die Nebenierenloge zu exponieren, wird der rechte
Leberlappen mit einem Haken nach kranial gezogen. Bei größeren oder weit
nach kranial reichenden Nebennierentumoren kann es von Vorteil sein, den
rechten Leberlappen bis zur Vena cava inferior zu mobilisieren. Es sollte
aber in diesen Fällen als Alternative auch an die Möglichkeit der
thorakoabdominellen Inzision gedacht werden. Nach Exposition der Vena cava
inferior wird etwas oberhalb der Einmündung der rechten Nierenvene von
caudal nach cranial präpariert, wobei auf kleine einmündende Venen
geachtet werden muss. Die kurze Nebennierenvene erkennt man bei der
Dissektion zwischen Vena cava inferior und Nebenniere. Sie mündet zumeist
vom oberen Drittel der Drüse direkt in die Vena cava inferior. Hier muss
vorsichtig ligiert und durchtrennt werden, da ein Abrutschen der Ligatur
oder ein Einriss der Vena cava eine heftige Blutung verursachen kann. Ist
die Nebennierenvene versorgt, wird die Vena cava etwas nach links
retrahiert, um den retrocaval gelegenen oberen Anteil der Nebenniere
freipräparieren zu können. Danach ist die Nebenniere relativ leicht zu
mobilisieren. Hierbei müssen die arteriellen Zuflüsse aus der
Nierenarterie bzw. der Arteria phrenica inferior beachtet werden.
Linke Nebenniere
Auf der linken Seite liegt die Nebenniere zum größten Teil hinter der
Bursa omentalis und kann nach Eröffnung der Bauchhöhle auf verschiedenen
Wegen erreicht werden:
| - |
Mobilisation der linken
Colonflexur, der Milz und des Pankreasschwanzes nach medial |
| - |
Durchtrennung des
ligamentum gastrocolicum und Verschieben von Magen und
Pankreasschwanz nach kranial |
| - |
Durch das Mesocolon
transversum |
Unabhängig vom gewählten Weg sollte auch auf der
linken Seite zunächst die entscheidende vaskuläre Leitstruktur, die
linke Nierenvene, dargestellt werden. An ihrem Oberrand lässt sich die
einmündende Nebennierenvene leicht identifizieren. Sie wird an dieser
Stelle durchtrennt und ligiert. Die Nebenniere selbst wird zirkulär
freipräpariert, wobei die verschiedenen arteriellen Zuflüsse wie auf der
rechten Seite beachtet werden müssen.
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Vorteile des ventralen
Zugangs
Beim ventralen Zugang können beide Nebennieren über eine Inzision
erreicht werden. Dies ist bei keinem anderen Zugang der Fall. Bei
beidseitiger Läsion kann dies ein Vorteil sein. Außerdem können
Nebennierentumoren nahezu jeder Größe auf diesem Weg entfernt werden.
Eine frühzeitige Unterbindung der Nebennierenvenen, wie sie für die
operative Behandlung von Phäochromozytomen gefordert wird, ist bei diesem
Zugang ebenfalls möglich.
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Nachteile des ventralen
Zugangs
Der ventrale Zugang bringt alle Risiken und
Probleme einer Laparotomie mit sich. Neben der intraoperativen Gefährdung
anderer intraabdomineller Organe ist hier insbesondere die in der frühen
postoperativen Phase auftretende Darmatonie zu nennen. Zusätzlich kann es
durch Adhäsionen oder Briden noch Jahre später zu Passagestörungen des
Darmes kommen. Bei sehr adipösen Patienten kann die Exposition der
Nebennierenregionen schwierig sein.
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2) Thorakoabdomineller Zugang
Technik
Der Patient liegt in Rückenlage. Der Oberkörper wird auf der zu
operierenden Seite, wenn möglich, durch ein Kissen etwas angehoben. Es
erfolgt eine Inzision im ventrolateralen Abschnitt des 9.
Intercostalraumes, die im Verlauf dieses Intercostalraumes über den
Rippenbogen hinweg bis zum Oberbauch nahe der Mittellinie verlängert
wird. Pleura- und Peritonealhöhle werden eröffnet, die Verbindung
zwischen 9. und 10. Rippe wird durchtrennt. Am Rippenansatz wird das
Zwerchfell bis weit nach dorsal abgelöst. An den Rippen sollte dabei nur
ein kleiner Saum von Zwerchfellgewebe verbleiben, um die Innervation des
Muskels möglichst wenig zu kompromittieren. Der Saum muss jedoch so groß
sein, dass am Ende der Operation das Zwerchfell problemlos wieder vernäht
werden kann.
Rechte Nebenniere
Auf der rechten Seite wird der rechte Leberlappen nach Durchtrennung des
Ligamentum triangulare der Leber vollständig bis zur Vena cava inferior
mobilisiert.
Linke Nebenniere
Links werden nach Mobilisation der Pankreasschwanz und die Milz nach
rechts retrahiert. Die linke Colonflexur wird nach Mobilisierung nach
kaudal abgedrängt. So erreicht man auf beiden Seiten eine großzügige
und sehr übersichtliche Exposition der Nebennierenlogen.
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Vorteile des
thorakoabdominellen Zugangs
Eine vergleichbare Übersicht über die Nebennierenregion wird mit keinem
anderen Zugang erreicht. Er eignet sich daher für die Exzision besonders
großer Nebennierentumoren. Dies trifft insbesondere für die operative
Behandlung von Nebennierenkarzinomen zu, da bei diesen Tumoren ist eine
exzellente Exposition erforderlich ist, um die Gefäßverbindungen
kontrollieren zu können. Desweiteren bietet der Zugang ausreichend Platz
für eine radikale Lymphknotendissektion.
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Nachteile des
thorakoabdominellen Zugangs
Bei diesem Zugang verbinden sich die möglichen Probleme einer
Thorakotomie mit denen der Laparotomie, daher sollte er für die
Entfernung kleinerer Tumoren nicht verwendet werden. Es kann auf nur eine
Nebenniere gleichzeitig erreicht werden.
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3) Dorsaler Zugang
Technik
Der Patient liegt auf dem Bauch. Der Operationstisch sollte in Höhe
der 12. Rippe aufgeknickt sein. Die Hautinzision bekommt einen gebogenen
(hockeyschlägerförmigen) Verlauf, der, beginnend über dem vertebralen
Ansatz der 10. Rippe, nach caudal verläuft und über der 12. Rippe nach
lateral abweicht. Dort folgt man dem Verlauf der 12. Rippe. Unter dem
subcutanen Fettgewebe erreicht man den Musculus latissimus dorsi, der
ebenso wie der laterale Anteil des Musculus sacrospinalis durchtrennt
wird. Von der so exponierten 12. Rippe wird der Periostschlauch inzidiert
und zirkulär von der Rippe abgeschoben. Dabei müssen die
Intercostalarterie und der Nervus subcostalis geschont werden. Anschließend
wird die Rippe nach Durchtrennung nahe der Wirbelsäule entfernt. In den
retroperitonealen Fettkörper gelangt man unter dem ventralen Anteil des
Periostschlauches der 12. Rippe. Hier gilt es, den unteren Umschlagspunkt
der Pleura parietalis aufzusuchen und nach cranial abzudrängen, um eine
Verletzung und damit einen Pneumothorax zu vermeiden. Nach Darstellung des
oberen Nierenpols im retroperitonealen Fett wird dieser nach caudal
retrahiert. Medial des oberen Nierenpols kann die Nebenniere dann aufgrund
ihrer typischen Farbe und Konsistenz identifiziert werden. Die
Nebennierenvene kann zumeist erst spät unterbunden werden.
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Vorteile des dorsalen Zugangs
Dieser Zugang ist der schonendste konventionelle Zugang zu den
Nebennieren. Die von dorsal durchgeführte Adrenalektomie ist mit der
deutlich kürzesten Operationszeit sowie der signifikant kürzesten
Krankenhausverweildauer verbunden. Ein wesentlicher Grund hierfür ist das
Fehlen der postoperativen Darmatonie, was zumeist eine normale enterale
Ernährung ermöglicht. Eine Verletzung intraabdomineller Organe ist sehr
unwahrscheinlich, und die Operation wird auch durch Verwachsungen nach
vorangegangenen Laparotomien nicht erschwert. Eine beidseitige Operation
ist ohne Umlagerung möglich.
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Nachteile des dorsalen
Zugangs
Im Vergleich zu den anderen konventionellen Zugängen ist die Übersicht
über das Operationsgebiet eingeschränkt. Daher eignet sich dieser Zugang
nicht für die Entfernung großer (> 6 cm) Nebennierenveränderungen.
Ein theoretischer Nachteil ist die Tatsache, dass die Nebennierenvene auf
beiden Seiten erst spät unterbunden werden kann. Dies ist bei der
Entfernung von Phäochromozytomen wichtig, da die Vene hier möglichst früh
unterbunden werden sollte, um eine exzessive intraoperative
Hormonfreisetzung zu vermeiden. Trotzdem können Phäochromozytome natürlich
auch über den dorsalen Zugang entfernt werden. Ein weiterer Nachteil ist
die mögliche Verletzung der Pleura, was beim transabdominellen Zugang
nicht möglich ist. Wird der Nervus subcostalis beim Verschluss der
durchtrennten Gewebsschichten verletzt oder mit einer Naht gefasst, können
die hierdurch bedingten neuralgiformen Beschwerden den Patienten außerordentlich
beeinträchtigen.
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4) Lateraler (Flanken-) Zugang
Technik
Der Patient liegt auf der Seite und wird in der unteren Thoraxapertur
aufgeknickt. Die Inzision liegt quer über die mittlere Axillarlinie. Der
ventrale Anteil liegt subcostal, der dorsale Anteil verläuft zwischen der
10. und 11. oder 11. und 12. Rippe. Der Peritonealsack wird nach
Durchtrennung der Bauchmuskulatur nach ventral abgedrängt. Die dorsalen
Anteile des Zwerchfellansatzes abgelöst und die Pleura nach cranial
geschoben. Die Vene kann meist erst nach Mobilisierung der Nebenniere
versorgt werden.
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Vorteile des lateralen
(Flanken-) Zugangs
Dieser Zugang bietet eine gute Übersicht und erlaubt daher auch die
Entfernung größerer Nebennierentumoren ohne die Nachteile einer
Laparotomie. Dies ist insbesondere nach größeren abdominellen
Voroperationen ein wichtiger Aspekt. Zusätzlich muss hier bei sehr adipösen
Patienten das, im Bereich der Bauchdecken zumeist besonders stark
entwickelte, Fettgewebe nicht durchquert werden.
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Nachteile des lateralen
(Flanken-) Zugangs
Eine operative Behandlung beidseitiger Nebennierenveränderungen ist
nur mit einer zwischenzeitliche Umlagerung des Patienten möglich. Die Gefäßkontrolle
ist wie beim dorsalen Zugang schwieriger als bei den transabdominellen
Operationen. Ebenso sind wie beim dorsalen Zugang Pleuraverletzungen und
Irritationen von Intercostalnerven möglich.
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Minimal-invasive Verfahren
Seit Anfang der 90er Jahre wurde das Spektrum der möglichen
chirurgischen Zugänge zu den Nebennieren durch die endoskopischen
Operationsverfahren erweitert. 1992 berichten Gagner et al. als Erste von
der Möglichkeit der laparoskopischen Adrenalektomie.
Da es sich bei den meisten endokrin aktiven Tumoren der Nebennieren um
verhältnismäßig kleine Befunde handelt, eignet sich die Adrenalektomie
in idealer Weise für die laparoskopischen Operationstechniken. Beim
konventionellen Vorgehen macht das Trauma des chirurgischen Zugangs
normalerweise einen besonders großen Anteil des operativen Gesamttraumas
aus, was sich durch minimal-invasive Techniken besonders verbessern lässt.
Da bei der Adrenalektomie außerdem eine aufwendige Rekonstruktion entfällt,
ist die laparoskopische Vorgehensweise vergleichsweise
unkompliziert.
In vielen Untersuchungen ergaben sich mittlerweile
Vorteile für die minimal-invasiven Operationsverfahren.
Diese sind vor allem: Weniger Schmerzen, eine kürzere Rekonvaleszenzzeit,
eine kürzere Krankenhausverweildauer sowie das bessere kosmetische
Ergebnis.
Prinzipiell muss bei der Laparoskopie zwischen den
transperitonealen und den retroperitoneoskopischen Techniken unterschieden
werden. Während bei den transperitonealen Techniken ein Pneumoperitoneum
angelegt werden kann, muss bei den retroperitoneoskopischen Zugängen das
Gewebe zunächst mit Hilfe eines Distensionsballons auseinandergedrängt
werden. Vorteile konnten bisher für keine der Methoden verifiziert
werden. Zusätzlich spielt die jeweils unterschiedliche Lagerungen des
Patienten eine Rolle.
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1) Transperitonealer
Zugang in Seitenlage des Patienten
Technik
Der Patient liegt in Seitenlage und kann etwas nach dorsal gekippt
werden, so dass eine 70-80° Seitenlagerung resultiert. Der Bereich
zwischen Rippenbogen und Crista iliaca wird durch Abknicken des
Operationstisches möglichst weit aufgedehnt. Der Operateur steht auf der
ventralen Seite. Nur bei der rechtsseitigen Adrenalektomie ist
gelegentlich ein zweiter Assistent erforderlich.
Rechte Nebenniere
Auf der rechten Seite benötigt man vier Trokare. Der erste wird unterhalb
des Rippenbogens in der Medioclavicularlinie in der offenen Technik
eingebracht. Die anderen Trokare werden nach dem Anlegen des
Pneumoperitoneums unter Sicht durch eine 30°-Winkeloptik eingebracht. Ein
Trokar wird unmittelbar ventral der peritonealen Umschlagsfalte ebenfalls
möglichst dicht am Rippenbogen plaziert. Der dritte Trokar wird zwischen
den beiden ersten eingebracht. Der vierte Trokar, der ein
Retraktionsinstrument für die Leber führt, wird weiter ventral im
rechten Oberbauch plaziert.
Nach Mobilisierung des rechten Leberlappens wird die
Vena cava inferior und die rechte Nebennierenregion übersichtlich
exponiert. Aufgrund der Seitenlage fällt die Leber nach links und muss
mit dem Fächerspreizer nur noch leicht nach cranial abgedrängt werden.
Danach ist die Nebenniere zumeist bereits erkennbar. Rechtslateral an der
Vena cava inferior wird von caudal nach cranial bis zum Auffinden der
Nebennierenvene präpariert. Durch die anterolaterale Blickrichtung auf
das Operationsgebiet kann der Winkel zwischen Vena cava inferior und
Nebenniere und damit auch die dorsolateral in die Vena cava einmündende
Nebennierenvene eingesehen werden. Diese wird mit Clips verschlossen und
durchtrennt. Da das Laparoskop bis unmittelbar an die Vene herangeführt
werden kann, lässt sich dieser Operationsschritt laparoskopisch besonders
kontrolliert durchführen. Danach wird die Nebenniere wie beim
konventionellen Vorgehen zirkulär freipräpariert und mit einem
Bergebeutel aus der Bauchhöhle entfernt.
Linke Nebenniere
Links werden nur drei Trokare benötigt. Sie werden wie die ersten drei
Trokaren bei der rechtsseitigen Operation plaziert und sitzen insgesamt
etwas weiter ventral.
Die Milz wird an der lateralen Bauchwand vollständig
gelöst, so dass sie nach rechts fällt. Dadurch wird der Pankreasschwanz
ebenfalls nach rechts gezogen und umgeklappt. An seiner Rückfläche wird
die Milzvene erkennbar. Noch etwas tiefer verläuft die Nierenvene, die
etwas caudal und lateral der Milzvene aufgefunden werden kann. An ihrem
Oberrand wird die Nebennierenvene identifiziert, mit Clips versorgt und
durchtrennt. Die weitere Präparation unterscheidet sich nicht von der
konventionellen Operationstechnik.
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Vorteile des transperitonealen
Zugangs in Seitenlage des Patienten
Diese Technik ermöglicht eine einfache und rasche Exposition der
Nebennieren. Die meisten Chirurgen sind mit der Anatomie beim
transperitonealen Vorgehen vertrauter, weshalb dieses Verfahren oft gegenüber
den retroperitoneoskopischen Techniken favorisiert wird. Diese Technik ist
das am häufigsten angewandte minimal-invasive Verfahren. Sie bietet eine
gute Übersicht, was vor allem von Bedeutung sein kann, wenn wegen einer
Blutungskomplikation auf das konventionelle Operationsverfahren
umgestiegen werden muss.
Ein weiterer Vorteil wird durch die Seitenlagerung bedingt: Kleinere
Blutmengen fließen vom eigentlichen Operationsgebiet zum tiefsten Punkt
hin ab. Sie behindern daher die Sicht weniger als bei verschiedenen
anderen Techniken.
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Nachteile des transperitonealen
Zugangs in Seitenlage des Patienten
Transperitoneale Techniken können nach größeren Voroperationen im
Bauchraum aufgrund von Verwachsungen schwierig sein. Eine Verletzung von
intraabdominell gelegenen Organen ist leichter möglich als beim
retroperitonealen Zugang.
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2) Transperitonealer
Zugang in Rückenlage des Patienten
Technik
Der Patient wird in Steinschnittlage gelagert und der Operateur steht
zwischen den Beinen. Bei einer rechtsseitige Adrenalektomie werden zumeist
fünf Trokare benötigt. Wird die linke Nebenniere mit dieser Technik
entfernt, werden in aller Regel vier Trokare benötigt.
Rechte Nebenniere
Rechts wird zunächst die Leber mit einem Fächerspreizer angehoben und
das Operationsgebiet exponiert. Es ist weder erforderlich, die rechte
Colonflexur zu mobilisieren, noch ist es nötig, ein Kocher'sches Manöver
durchzuführen. Die Vena cava inferior wird nach cranial verfolgt, bis die
Nebennierenvene erkennbar wird. Diese wird in der oben beschriebenen Weise
versorgt. Bei Mobilisation des retrocavalen Anteils der Nebenniere muss
die Vena cava inferior nach links gehalten werden. Die weitere
Mobilisation der Nebenniere erfolgt wie beim konventionellen Vorgehen.
Linke Nebenniere
Wird auf der linken Seite operiert, muss zunächst die linke Colonflexur
mobilisiert werden. Am Pankreasunterrand wird das Retroperitoneum eröffnet
und der Pankreasschwanz nach cranial retrahiert. Die Nebennierenvene wird
dann am schnellsten durch das Verfolgen der linken Nierenvene aufgesucht.
Sie wird verschlossen und durchtrennt. Das weitere Vorgehen entspricht der
oben beschriebenen Technik.
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Vorteile des transperitonealen
Zugangs in Rückenlage des Patienten
Diese Technik bietet gegenüber dem transperitonealen Zugang in Seitenlage
wenig Vorteile und ist daher weitgehend verlassen worden. Ein wesentlicher
Vorteil allerdings ist die Tatsache, dass bei der Operation von
beidseitigen Befunden eine zeitaufwendige Umlagerung des Patienten entfällt.
Zusätzlich können verschiedene Trokare für die Entfernung beider
Nebennieren verwendet werden.
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Nachteile des transperitonealen
Zugangs in Rückenlage des Patienten
Diese Operationstechnik unterscheidet sich von anderen
minimal-invasiven Zugängen durch den relativ großen präparatorischen
Aufwand. Ebenso wie die transperitoneale Technik in Seitenlage des
Patienten besteht die Gefahr von Verletzungen von Organen. Dieses
Verfahren kann nach größeren Voroperationen im Bauchraum nur bedingt
eingesetzt werden.
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3) Retroperitonealer Zugang in
Seitenlage des Patienten
Technik
Der Patient wird in 90° Seitenlage und auf Rumpfhöhe so weit wie möglich
aufgeknickt. Der Operateur steht ventral des Patienten. Die Zugänge zur
rechten und zur linken Nebenniere unterscheiden sich mit dieser Technik
nur unwesentlich.
Auf jeder Seite wird zunächst eine kleine Hautinzision etwa in der
mittleren Axillarlinie unmittelbar unterhalb des Rippenbogens gemacht. Es
wird stumpf durch die Muskulatur bis auf das Peritoneum präpariert.
Anschließend wird im Retroperitoneum ein Ballontrokar eingeführt, mit
dem der für das Pneumoretroperitoneum nötige Hohlraum geschaffen wird.
Schließlich werden zwei weitere Trokare so plaziert, das im Falle eines
Umstiegs die drei Trokarinzisionen zu einer subcostalen Inzision verbunden
werden können. Da die Niere eine wesentliche Orientierungshilfe
darstellt, wird zuerst deren Kapsel freigelegt und an ihr entlang nach
kranial präpariert. Nach Auffinden der Nebenniere wird diese vollständig
mobilisiert. Während rechts die Nebennierenvene erst dann verschlossen
und durchtrennt werden kann, ist dies rechts mitunter früher möglich.
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Vorteile des retroperitonealen
Zugangs in Seitenlage des Patienten
Dies ist der direkteste Zugang zu den Nebennieren. Abgesehen von der Niere
ist eine Verletzung parenchymatöser Organe fast ausgeschlossen. Diese
Techniken können zudem auch nach Voroperationen im Oberbauch eingesetzt
werden.
Kleine Blutmengen sammeln sich nicht im eigentlichen Operationsgebiet, da
sie nach unten abfließen.
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Nachteile des retroperitonealen
Zugangs in Seitenlage des Patienten
Im Gegensatz zu den transperitonealen Techniken ist der zur Verfügung
stehende Raum für die Operation begrenzter. Eine Entfernung von Tumoren
mit einem Durchmesser von mehr als 5 cm ist aufgrund der Platzverhältnisse
schwierig. Ein theoretischer Nachteil ist die Tatsache, dass die
Nebennierenvene auf beiden Seiten erst spät unterbunden werden kann. Dies
ist bei der Entfernung von Phäochromozytomen wichtig, da die Vene hier möglichst
früh unterbunden werden sollte, um eine exzessive intraoperative
Hormonfreisetzung zu vermeiden. Es zeigt sich jedoch, dass nach einer adäquaten
Vorbehandlung mit Alphablockern auch mit diesen Techniken Phäochromozytome
ohne zusätzliche Schwierigkeiten entfernt werden können.
Pleuraverletzungen sind bei der Trokarplazierung möglich.
Die operative Behandlung beidseitiger Nebennierenläsionen erfordert die
zwischenzeitliche Umlagerung des Patienten.
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4) Retroperitonealer Zugang in
Bauchlage des Patienten
Technik
Die Lagerung ähnelt der beim konventionellen dorsalen Zugang. Der
Operateur steht auf der betroffenen Seite. Zunächst wird eine kleine
Inzision unterhalb der Spitze der 12. Rippe gemacht. Dann wird bis zur
Gerota´schen Faszie durch subcutanes Fettgewebe und die Muskulatur
hindurch präpariert. Diese wird stumpf perforiert. Ein Raumbildungstrokar
wird eingebracht, und unter optischer Kontrolle insuffliert. Dieser wird
wieder entfernt und unter digitaler Kontrolle werden medial und lateral
der ersten Inzision zwei Trokare eingebracht. Das Pneumoretroperitoneum
wird durch ein Abdichtungstrokar im Bereich der ersten Inzision angelegt.
Durch Abschieben des retroperitonealen Fettgewebes vom Zwerchfell wird ein
Raum geschaffen, der zum größten Teil von Zwerchfellanteilen begrenzt
wird. Meist kann die Nebenniere jetzt schon an ihrer typischen Farbe
erkannt werden. Sie wird lateral kranial und kaudal freipräpariert.
Rechts wird nun die Rückfläche der Vena cava inferior freigelegt. Die
Einmündung der Nebennierenvene in die Vena cava wird von der Nebenniere
verdeckt. Erst nach Retraktion der mobilisierten Nebenniere wird die
Nebennierenvene erkennbar. Sie wird verschlossen und durchtrennt. Auf der
linken Seite wird ebenfalls die Nebenniere zunächst mobilisiert, bevor
danach die Vene dargestellt und versorgt wird.
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Vorteile des retroperitonealen Zugangs
in Bauchlage des Patienten
Diese Technik birgt zusätzlich zu den oben
beschriebenen Vorteilen der retroperitoneoskopischen Verfahren den
Vorteil, dass auch beidseitige Operationen ohne eine zwischenzeitliche
Umlagerung des Patienten durchgeführt werden können.
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Nachteile des retroperitonealen
Zugangs in Bauchlage des Patienten
Die Nachteile dieses Operationsverfahrens decken sich mit denen der
retroperitoneoskopischen Technik in Seitenlage des Patienten.
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