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Ausgewählte Erkrankungen: Conn-Syndrom
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Conn-Syndrom =
Primärer Hyperaldosteronismus Der primäre
Hyperaldosteronismus wurde im Jahre 1955 erstmals beschrieben und gehört
mit einer Häufigkeit von ca. 1% zu den seltenen
Ursachen eines Bluthochdrucks. Pathophysiologie
des Conn-Syndroms Die führenden
Symptome des primären Hyperaldosteronismus sind die Hypertonie und die
Hypokaliämie. Beide sind Folge einer vermehrten autonomen adrenalen
Sekretion von Aldosteron. Die Plasmareninaktivität (PRA) ist dabei
typischerweise erniedrigt. Im Gegensatz dazu sind beim sekundärem
Aldosteronismus (z.B. in Folge einer Lebercirrhose) sowohl das Aldosteron
als auch die PRA erhöht. Die vom Patienten
bemerkten charakteristischen Symptome des primären Aldosteronismus (muskuläre
Schwäche und Krämpfe, intermittierende Lähmungen, Polydipsie, Polyurie,
Nykturie) sind Folge der Hypokaliämie bzw. der Hypertonie (z.B. Kopfschmerzen). Der
Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr, Frauen
erkranken etwas häufiger als Männer.
Am häufigsten
ist das unilaterale Aldosteron-produzierende Nebennierenrindenadenom (APA)
Auslöser des Conn-Syndroms (insgesamt ca. 60-80%), extrem selten liegt
ein Aldosteron-produzierendes Nebennierenrindenkarzinom vor. In ca. 20-40%
der Fälle ist eine bilaterale mikronoduläre Hyperplasie der Zona glomerulosa
die Ursache. Selten finden sich eine primäre makronoduläre Hyperplasie
oder ein Glukocortikoid-supprimierbarer Hyperaldosteronismus.
Werden bei einem
Hypertoniker Plasmakaliumwerte unter 3,6 mmol/l bestimmt, so sind weitere
diagnostische Schritte zum Ausschluss oder Nachweis eines primären
Hyperaldosteronismus angezeigt. Es sollte jedoch auch daran gedacht werden,
dass unter Umständen die zur Hypertoniebehandlung eingesetzten Diuretika
die Hypokaliämie ausgelöst haben können. Auch bei weniger
stark erniedrigtem Serumkalium sollte bei schwer einstellbaren Hypertonien
differentialdiagnostisch auch an das Conn-Syndrom gedacht werden. Bei
Patienten mit zufällig entdeckten Nebennierentumoren (Inzidentalom) wird
in bis zu 7 % der Fälle ein primärer Hyperaldosteronismus nachgewiesen. Der Nachweis
des primären Hyperaldosteronismus erfolgt durch die Bestimmung der
Aldosteronkonzentrationen im 24-h-Urin oder Plasma (erhöht) und einer
erniedrigten PRA (erhöhter Aldosteron-Renin-Quotient). Die meisten
Patienten werden bereits mit Antihypertensiva behandelt. Da diese selbst
eine Hypokaliämie verursachen können bzw. die
Renin-Aldosteron-Regulation beeinflussen, sollten die meisten
antihypertensiven Medikamente (Diuretika, Spironolakton, ACE-Hemmer) vor
Einleitung weiterer diagnostischer Maßnahmen abgesetzt werden. Der
Blutdruck sollte in dieser Phase mit bestimmten Calziumantagonisten
(Verapamil) sowie alphablockierenden Substanzen eingestellt werden. Ist
der primäre Hyperaldosteronismus nachgewiesen, muss zwischen einem
unilateralen Adenom und der bilateralen Hyperplasie unterschieden werden,
da sich die Behandlung der beiden Krankheitsbilder grundsätzlich
unterscheidet (siehe unten). Als wichtigster funktioneller Test gilt
hierbei der sogenannte Orthostase-Test. Beim APA bleibt nach morgendlicher
2-stündiger Orthostase die Aldosteronkonzentration im Plasma
normalerweise konstant, während sie bei der IHA ansteigt. Die
Treffsicherheit dieses Tests liegt allerdings nur bei ca. 85%. Hilfreich
ist auch die bildgebende Diagnostik mittels CT oder MRT. Ab einer Größe
von 1 cm werden die Nebennierenrindenadenome zuverlässig dargestellt, so
dass bei unauffälliger kontralateraler Nebenniere in den meisten Fällen
auf eine weitergehende Lokalisationsdiagnostik verzichtet werden kann. Besteht
nach der bildgebenden Diagnostik ein Zweifel an der Diagnose (APA oder
IHA) oder der Lokalisation des Adenoms, so sollte eine seitengetrennte
Blutentnahme aus den Nebennierenvenen durchgeführt werden. Dabei wird im
Blut beider Nebennierenvenen Cortisol und Aldosteron bestimmt. Die
Quotienten von Aldosteron und Cortisol in den beiden Blutproben werden
miteinander verglichen und so wird die Seite der autonomen
Aldosteronproduktion erkannt. Diese Methode ist mit seltenen
Komplikationen behaftet (Thrombose der Nebennierenvene,
Nebenniereninfarkt), sie bietet jedoch die größte Aussagekraft und wird
daher im eigenen Vorgehen bevorzugt.
Behandlungsverfahren
der Wahl beim einseitigen aldosteronproduzierenden Adenom und unauffälliger
kontralateraler Nebenniere ist die unilaterale Adrenalektomie. In jüngster
Zeit wurde über positive Erfahrungen mit partiellen Adrenalektomien
berichtet, Langzeitergebnisse liegen diesbezüglich jedoch noch nicht vor. Die
Indikation zur bilateralen Adrenalektomie bei Patienten mit IHA besteht
nicht, da die Folgen der Operation (lebenslang erforderliche Substitution
von Glucocorticoiden) in keinem Verhältnis zum Benefit der Operation (mögliche
Verbesserung der Hypertonie) steht. Bei eindeutig bilateraler
Aldesteronhypersekretion erfolgt eine medikamentöse Therapie. Vor
der Operation ist eine ausreichende Behandlung der Hypertonie sowie ein
Ausgleich der Hypokaliämie erforderlich. In dieser Phase ist der Einsatz
des Aldosteronantagonisten Spironolakton (200-400 mg/Tag)
empfehlenswert.
Da
es sich bei mineralocorticoid-produzierenden Nebennierenrindenadenomen
zumeist um relativ kleine Tumore handelt, sind sie die idealen
Indikationen für die minimal-invasiven Verfahren. Dabei sind die
retroperitoneoskopischen Zugänge und die transabdominellen
Vorgehensweisen im Prinzip gleichwertig. Das
schonendste und daher empfehlenswerte konventionelle Operationsverfahren
ist der Zugang durch das Bett der 12. Rippe in Bauchlage des Patienten. Zumeist
kommt es nach der Operation zu einer Besserung der Hypertonie, was daran
erkennbar ist, dass die antihypertensive Medikation reduziert werden kann.
Nicht bei allen Patienten kommt es zu einer dauerhaften Normalisierung des
Blutdrucks. Risikofaktoren für eine Persistenz des Hypertonus nach der
Operation sind Geschlecht (Männer), Alter (über 40-50 Jahre) sowie die Länge
des Zeitraumes, über den der Hypertonus bestanden hat. Dagegen werden die
Auswirkungen des Mineralocorticoidexzesses auf den Elektrolythaushalt
(Hypokaliämie) durch die Operation rasch und dauerhaft korrigiert.
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