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Informationen
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Ausgewählte Erkrankungen: Adrenocortikales Karzinom
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Adrenocortikales Karzinom
Das
Nebennierenrindenkarzinom ist selten. Die Inzidenz liegt bei ca. 0,5 auf 1
Mio Einwohner. Die Prognose der Erkrankung ist ausgesprochen ungünstig.
Zudem wird es meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Die
5-Jahres-Überlebensrate liegt bei ca. 20%.
Das Nebennierenrindenkarzinom
tritt am häufigsten im 4. und 5. Lebensjahrzehnt auf. Man unterscheidet
zwischen endokrin aktiven und endokrin inaktiven Karzinomen. Dabei überwiegen
die endokrin aktiven Karzinome, obwohl eine endokrine Symptomatik nur
bei ca. 40% der Patienten besteht. Am häufigsten ist die autonome
Glukocortikoidsekretion mit Ausbildung eines Cushing-Syndroms. Bilden die
Tumoren Androgen, so führt dies bei Frauen zur Virilisierung. Bei Männern
kann eine Feminisierung mit Ausbildung einer Gynäkomastie sowie einer
Hodenatrophie mit Oligospermie auftreten, wenn der Tumor Östrogene
bildet. Östrogenproduzierende Tumore sind nahezu ausnahmslos maligne. Selten zeigt
sich beim Nebennierenkarzinom das klinische Bild eines Conn-Syndroms.
Obwohl ein primärer Hyperaldosteronismus selten ist, findet sich eine
hypokaliämische Hypertonie häufig als Folge einer Mehrsekretion von
Steroidvorstufen. Sie besitzen ebenso wie Cortisol in hoher Konzentration
eine mineralocortikoide Wirkung.
Pathogenese und
Pathophysiologie Die Entstehung
des Nebennierenrindenkarzinoms ist ungeklärt. Es tritt öfter bei familiären
Tumorsyndromen (z.B. Li-Fraumeni-Syndrom, Carney-Trias,
Beckwith-Wiedemann-Syndrom) auf.
Wenn Symptome
der Raumforderung vorliegen, kann der Tumor mit allen bildgebenden Verfahren
gut dargestellt werden. Die meisten Nebennierenkarzinome sind bei Diagnosestellung
größer als 6 cm. Die endokrine
Diagnostik ist immer angezeigt, um auch bei klinisch endokrin inaktiven
Tumoren eine subklinische endokrine Aktivität aufzudecken. Diese müsste
ggf. im perioperativen Management berücksichtigt werden. Zusätzlich
kann so unter Umständen ein Tumormarker zur Überwachung des postoperativen
Verlaufes gefunden werden. Eine
diagnostische Punktion des Tumors zur histologischen Beurteilung ist nicht
indiziert, da anhand der kleinen Gewebemengen keine verlässliche Diagnose
gestellt werden kann. Zudem besteht aufgrund der Tumorgröße in der Regel
ohnehin eine Operationsindikation.
Nebennierenrindenadenome,
Nebennierenmetastasen, retroperitoneale Tumoren, Phäochromozytome.
Chemotherapie
und Strahlentherapie Weder die Chemotherapie
noch die Strahlentherapie wurden bisher in Hinblick auf ihre Wirksamkeit
in prospektiven randomisierten Studien überprüft. Eingesetzt wird vor
allem Mitotane (Lysodren), welches selektiv adrenotoxisch wirkt. Zusätzlich
kommen Doxorubicin, BCNU, 5-Fluorouracil, Methotrexat, Cisplatin und Etoposid
zur Anwendung1. Die endokrinen
Symptome von nicht resektablen Tumoren können mit den Adrenostatika
Ketokonazol, Metyrapon und Aminoglutethimid behandelt werden. Die Strahlentherapie
des Nebennierenkarzinoms ist wenig erprobt. Sie wird gelegentlich für
das Tumorstadium III nach Resektion des Tumors empfohlen.
Der einzig
kurative Ansatz in der Behandlung des adrenocortikalen Karzinoms ist z. Z.
die radikale chirurgische Entfernung allen Tumorgewebes. Wegen der
infausten Prognose ist die Operationsindikation bei Patienten mit
Fernmetastasen sehr kritisch zu stellen. Beim Nebennierenkarzinom ist das
laparoskopische Vorgehen kontraindiziert.
Die Diagnose
eines adrenocortikalen Karzinoms in den Stadien I-III stellt immer eine
Operationsindikation dar, während beim Vorliegen von Fernmetastasen die
Prognose so schlecht ist (5-Jahres-Überlebensrate bei maximaler Therapie
0%), dass eine chirurgische Entfernung nur zur Beseitigung lokaler Symptome
als palliative Maßnahme erwogen werden sollte. Lokalrezidive
und metachrone Fernmetastasen sollten entfernt werden, da sich hier ein Überlebensvorteil
für Patienten, bei denen das Tumorrezidiv vollständig entfernt werden
konnte, ergibt.
Die bildgebende
Diagnostik dient zur Planung des Zugangs und zur Beurteilung einer möglichen
Beteiligung von Nachbarorganen. Da einige dieser Tumoren ähnlich den
Nierenzellkarzinomen Tumorthromben in den ableitenden Venen bilden können,
ist eine Darstellung der Vena cava inferior bzw. der linken Nierenvene
(z.B. mittels Kernspin-Phlebographie) empfehlenswert. Sollte bei großen
Tumoren aus Radikalitätsgründen eine Mitentfernung der Niere
erforderlich sein, so muss vorher eine szintigraphische Bestimmung der
seitengetrennten Kreatininclearance Klarheit über die Funktion der
gegenseitigen Niere geben haben.
Der Zugang
richtet sich im wesentlichen nach der Größe des Tumors. Der
thorakoabdominelle Zugang bietet die beste Übersicht.
Die Mortalität
nach Eingriffen wegen adrenocortikalen Karzinomen beträgt 4-10% und
betrifft überwiegend Patienten mit den Tumorstadien III und IV.
Hierbei ist das
Tumorstadium entscheidend. Die Prognose ist nur in geringem Maße von
anderen Faktoren bzw. Tumorcharakteristika abhängig. Dies betrifft zum
Beispiel das Alter: Patienten von weniger als 40 Jahren haben eine bessere
Prognose als ältere Patienten. Patienten mit Tumorrezidiven haben eine um
so bessere Prognose, je länger sie rezidivfrei waren.
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